Sonntag, 18. Dezember 2016
07 Children On Stun “Beginning Of The End”
krawallek, 23:58h
Sonntag
Gegen acht machen wir uns auf den Weg ins „Mercy Seat“. Es ist nichts abgesprochen, aber alle werden da sein.
Vor der Tür treffen wir Zeus und TomTom. Wir gehen zusammen rein. Der Captain und Pete sind schon da. Der Captain hat sogar seine Claudia dabei. Das ist selten. Direkt nach uns kommen auch Snake und Betty. Kati bringt die Getränke.
Die Gläser bimmeln.
Der Preacherman betritt die Kneipe und sieht zögernd in unsere Richtung. Sergio Leone hat über Clint Eastwood mal gesagt, er hätte nur zwei Gesichtsausdrücke. Einen mit Hut, einen ohne Hut. Der Preacherman trägt immer seinen Hut.
Wir winken dem Preacherman erst grüßend zu und ihn dann einladend zu uns heran. Eingerostete Gesichtmuskeln bewegen sich vorsichtig. Der Preacherman lächelt, als er sich zu uns gesellt. Die alt bekannte Welt scheint im Wandel. Mehr als nur ein kleines Bisschen.
Es gibt ein großes Palaver. Keiner weiß was aber jeder hat dazu viel zu sagen. Der Einbruch bei Seelmanns ist jetzt Thema.
„Was mag denn wohl VOD bedeuten?“
Keine Ahnung, von wem die Frage kommt. Sie ist eher rhetorischer Art, steht aber trotzdem zunächst wartend im Raum rum. Aber nicht sehr lange. Dann nimmt sich Luz ihrer an.
„Vengeance Of Durruti.”
Stille. Alle sehen Luz an. TomTom lacht.
„Kein schlechter Tipp. Gefällt mir.“
Ein Blick zu Luz und ich weiß, dass sie es raus hauen wird. Innerlich schlage ich die Hände vors Gesicht, äußerlich bleibe ich vollkommen unbeeindruckt. Das kann ich gut, ich bin schon lange im öffentlichen Dienst.
„Schön, dass es dir gefällt. Aber es mehr als ein Tipp.“
Vollkommenen Stille. Eine schöne Abwechselung zu dem ganzen Radau davor.
Ich gehe die paar Schritte zur Theke und sage Nick, dass er dazukommen soll. Er schaut zu Kati, die winkt ihn weg. Es ist nicht so viel los. Das schafft sie locker alleine.
Zusammen kehren wir zurück. Genau rechtzeitig. Zumindest TomTom hat seine Stimme wiedergefunden. Er steht jetzt direkt neben Luz.
„Wart ihr das?“
„Nein.“
Er schaut kurz zu mir rüber. Ich schüttle den Kopf.
„Aber ich weiß, wer es war.“
Ein Blick in meine Richtung. Ich zucke mit den Schultern, damit er weiß, dass ich es nicht weiß.
„Und bei dem Bruch ist doch was weggekommen. Ein Ordner mit Unterlagen über diese Hütte hier. So richtig schlau sind wir daraus aber noch nicht geworden. Wir haben das Teil gestern Abend sicher untergebracht.“
Ich fange schon an zu nicken, bevor sich sein Kopf in meine Richtung dreht.
Snake und Betty grinsen sich an und schütteln die Köpfe. Jetzt wissen sie was da gestern gelaufen ist.
TomToms Augen blitzen. In ihm steckt mehr als man vielleicht glauben mag. Mich überrascht das nicht, wir kennen uns lange, so war er schon immer. Und er kann schnell denken. Immer. Auch wenn es Stress gibt.
„Dann lasst uns mal überlegen, was jetzt passieren muss. Ich würde da gerne auch reingucken.“
Gute Idee. TomTom hat ein besseres Auge für so was als wir. Luz will den Kontakt herstellen. Der Ordner soll bleiben, wo er ist. Besser ist das.
„Wissen wir eigentlich, wann das mit dem Abriss und so starten soll? Wie viel Zeit bleibt da eigentlich noch? Einen Tag? Oder ein Jahr?“
Das war Claudia. Ihr erster Gesprächsbeitrag am ganzen Abend. Und dann gleich so ein Pfund.
Alle gucken in die Runde. Kopfschütteln und Schulterzucken. Die nahliegendste Frage haben wir übersehen. Das müssen wir rausfinden. Und wir müssen wissen, wer hinter der Erbengemeinschaft steckt. Wir fragen Nick, an wen der seine Miete zahlt.
„Auf ein Konto bei der Sparkasse, dass unter Erbengemeinschaft Holger Schäfer läuft. Das geht über die Hausverwaltung Merk. Kurz nach Holgers Tod hat mir eine Anwältin die Infos gegeben, wie es ab jetzt weiter geht. Ich rufe die Verwaltung mal an und frage nach.“
Zeus will mit seiner Schwester reden. Die arbeitet bei der Sparkasse.
Pete und ich werden weiter versuchen durch die Kanäle der Stadt vielleicht doch noch an Infos zu gelangen.
„Der Seelmann profitiert ja wohl am meisten. Das der drin hängt, wissen wir ja. Aber irgendwer bei der Stadt muss da auch was von haben. Wahrscheinlich aber nicht so ganz offiziell ...“
TomTom ist clever. Er denkt schnell. Und er grinst . Auch ein Job für Pete und mich. Hätten wir doch was Ordentliches gelernt.
Zeus zeigt auf das Hinterzimmer mit den Kickertischen. Wir sind da noch von Mittwoch eine Runde kurz. Das müssen wir nachholen. Auch wenn es spät wird.
Kati bringt neue Getränke. Die Gläser bimmeln.
Wir bilden Teams. Der Preacherman hebt die Hände. Kickern scheint nicht sein Spiel zu sein. Aber er bleibt und schaut zu. Snake und Zeus gewinnen heute. Es ist spät. Wir trinken aus, Zeit zu gehen.
Morgen ist Visite beim Chef.
***
Am Freitag geht es weiter.
Gegen acht machen wir uns auf den Weg ins „Mercy Seat“. Es ist nichts abgesprochen, aber alle werden da sein.
Vor der Tür treffen wir Zeus und TomTom. Wir gehen zusammen rein. Der Captain und Pete sind schon da. Der Captain hat sogar seine Claudia dabei. Das ist selten. Direkt nach uns kommen auch Snake und Betty. Kati bringt die Getränke.
Die Gläser bimmeln.
Der Preacherman betritt die Kneipe und sieht zögernd in unsere Richtung. Sergio Leone hat über Clint Eastwood mal gesagt, er hätte nur zwei Gesichtsausdrücke. Einen mit Hut, einen ohne Hut. Der Preacherman trägt immer seinen Hut.
Wir winken dem Preacherman erst grüßend zu und ihn dann einladend zu uns heran. Eingerostete Gesichtmuskeln bewegen sich vorsichtig. Der Preacherman lächelt, als er sich zu uns gesellt. Die alt bekannte Welt scheint im Wandel. Mehr als nur ein kleines Bisschen.
Es gibt ein großes Palaver. Keiner weiß was aber jeder hat dazu viel zu sagen. Der Einbruch bei Seelmanns ist jetzt Thema.
„Was mag denn wohl VOD bedeuten?“
Keine Ahnung, von wem die Frage kommt. Sie ist eher rhetorischer Art, steht aber trotzdem zunächst wartend im Raum rum. Aber nicht sehr lange. Dann nimmt sich Luz ihrer an.
„Vengeance Of Durruti.”
Stille. Alle sehen Luz an. TomTom lacht.
„Kein schlechter Tipp. Gefällt mir.“
Ein Blick zu Luz und ich weiß, dass sie es raus hauen wird. Innerlich schlage ich die Hände vors Gesicht, äußerlich bleibe ich vollkommen unbeeindruckt. Das kann ich gut, ich bin schon lange im öffentlichen Dienst.
„Schön, dass es dir gefällt. Aber es mehr als ein Tipp.“
Vollkommenen Stille. Eine schöne Abwechselung zu dem ganzen Radau davor.
Ich gehe die paar Schritte zur Theke und sage Nick, dass er dazukommen soll. Er schaut zu Kati, die winkt ihn weg. Es ist nicht so viel los. Das schafft sie locker alleine.
Zusammen kehren wir zurück. Genau rechtzeitig. Zumindest TomTom hat seine Stimme wiedergefunden. Er steht jetzt direkt neben Luz.
„Wart ihr das?“
„Nein.“
Er schaut kurz zu mir rüber. Ich schüttle den Kopf.
„Aber ich weiß, wer es war.“
Ein Blick in meine Richtung. Ich zucke mit den Schultern, damit er weiß, dass ich es nicht weiß.
„Und bei dem Bruch ist doch was weggekommen. Ein Ordner mit Unterlagen über diese Hütte hier. So richtig schlau sind wir daraus aber noch nicht geworden. Wir haben das Teil gestern Abend sicher untergebracht.“
Ich fange schon an zu nicken, bevor sich sein Kopf in meine Richtung dreht.
Snake und Betty grinsen sich an und schütteln die Köpfe. Jetzt wissen sie was da gestern gelaufen ist.
TomToms Augen blitzen. In ihm steckt mehr als man vielleicht glauben mag. Mich überrascht das nicht, wir kennen uns lange, so war er schon immer. Und er kann schnell denken. Immer. Auch wenn es Stress gibt.
„Dann lasst uns mal überlegen, was jetzt passieren muss. Ich würde da gerne auch reingucken.“
Gute Idee. TomTom hat ein besseres Auge für so was als wir. Luz will den Kontakt herstellen. Der Ordner soll bleiben, wo er ist. Besser ist das.
„Wissen wir eigentlich, wann das mit dem Abriss und so starten soll? Wie viel Zeit bleibt da eigentlich noch? Einen Tag? Oder ein Jahr?“
Das war Claudia. Ihr erster Gesprächsbeitrag am ganzen Abend. Und dann gleich so ein Pfund.
Alle gucken in die Runde. Kopfschütteln und Schulterzucken. Die nahliegendste Frage haben wir übersehen. Das müssen wir rausfinden. Und wir müssen wissen, wer hinter der Erbengemeinschaft steckt. Wir fragen Nick, an wen der seine Miete zahlt.
„Auf ein Konto bei der Sparkasse, dass unter Erbengemeinschaft Holger Schäfer läuft. Das geht über die Hausverwaltung Merk. Kurz nach Holgers Tod hat mir eine Anwältin die Infos gegeben, wie es ab jetzt weiter geht. Ich rufe die Verwaltung mal an und frage nach.“
Zeus will mit seiner Schwester reden. Die arbeitet bei der Sparkasse.
Pete und ich werden weiter versuchen durch die Kanäle der Stadt vielleicht doch noch an Infos zu gelangen.
„Der Seelmann profitiert ja wohl am meisten. Das der drin hängt, wissen wir ja. Aber irgendwer bei der Stadt muss da auch was von haben. Wahrscheinlich aber nicht so ganz offiziell ...“
TomTom ist clever. Er denkt schnell. Und er grinst . Auch ein Job für Pete und mich. Hätten wir doch was Ordentliches gelernt.
Zeus zeigt auf das Hinterzimmer mit den Kickertischen. Wir sind da noch von Mittwoch eine Runde kurz. Das müssen wir nachholen. Auch wenn es spät wird.
Kati bringt neue Getränke. Die Gläser bimmeln.
Wir bilden Teams. Der Preacherman hebt die Hände. Kickern scheint nicht sein Spiel zu sein. Aber er bleibt und schaut zu. Snake und Zeus gewinnen heute. Es ist spät. Wir trinken aus, Zeit zu gehen.
Morgen ist Visite beim Chef.
***
Am Freitag geht es weiter.
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